Erstellt am 14.12.10

Resümee | Cancun und Darjeeling

 

Heiße Debatten zum Ende des Klimagipfels in der mexikanischen Stadt Cancun: Bolivien weigerte sich bis zum Schluss, die hart umkämpften Richtlinien zwischen den einzelnen Ländern für die ökologische Zukunft der Welt zu unterstützen. Die neuerlichen Vereinbarungen wurden zum Abschluss von der Präsidentin des Gipfels, trotz des nicht gegebenen Einverständnisses Boliviens, durchgewunken. Die übrigen Nationen atmeten auf, da trotz der im Vorfeld scheinbar unüberbrückbaren Forderungen und fehlenden Gesprächsbereitschaft von Seiten der Emissionsgiganten Amerika und China, ein zukunftsweisender und solider Kompromiss erzielt wurde.

Die UNO bleibt handlungsfähig - soviel bleibt am Ende sicher bestehen. Die Beschlüsse hingegen gehen Umweltschützern und Klimaexperten wieder einmal nicht weit genug, wurden aber trotz aller Kritik ebenfalls positiv angenommen.

Wie wichtig der Kampf gegen den Klimawandel auch für die Produktion von Tee geworden ist, wurde bereits zu Beginn des nunmehr auslaufenden Jahres 2010 in dem Anbaugebiet Darjeeling sehr deutlich. Vor allem die heftiger werdenden und länger andauernden Dürrperioden machen der Teeproduktion in dem Gebiet zu schaffen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind die Erträge bereits seit dem Jahr 2005 rückläufig, im Jahr 2009 wurde das Trinkwasser knapp und die künstliche Bewässerung reichte für die Teegärten nicht mehr aus. Die Pflücker auf den Plantagen berichten, dass Sie trotz der Dürreperiode im Jahr 2009 noch acht bis zehn Kilo pro Tag ernten konnten; im Frühjahr dieses Jahres waren durchschnittlich nur sechs, was natürlich ebenfalls Auswirkungen auf den Lohn hat. Auch die erste Ernte des Jahres wird normalerweise im März eingeholt, in diesem Jahr konnte sie erst im April eingefahren werden. Darüber hinaus verändert sich die Qualität der Blätter unter den verschärften klimatischen Bedingungen: Sie sind rauer und härter im Gegensatz zu früheren Ernten. Diese Veränderung geht auf die erhöhte Verdunstung der ätherischen Öle in den Blättern zurück, die ursächlich auch für das Aroma zuständig sind. Auch die bereits vielen auf ökologischen und nachhaltigen Anbau spezialisierten Betriebe, die nicht auf Quantität, sondern auf Qualität setzen, sind davon betroffen. In den kleineren Betrieben sind die Auswirkungen hinsichtlich Größe und Qualität der Blätter, und damit auf langer Sicht auch dem Aroma bemerkbar. "Ein anhaltender Wandel des Klimas ist für die Region und den Tee alles andere als Vorteilhaft", so das quasi salomonische Fazit als tatsächlicher Euphemismus.