Medizin aktuell | Grüntee: Kein Schutz vor Brustkrebs
Eine aktuelle Studie aus Japan widerlegt erstmals die bisherig anhand von Tierversuchen angenommene Verbindung zwischen der Schutzwirkung von grünem Tee und Brustkrebs-Erkrankungen von Frauen. Die Forscher um den japanischen Wissenschaftler Motoki Iwasaki des National Cancer Centers in Tokio veröffentlichten die Ergebnisse in dem medizinischen Online-Journal "Breast Cancer Research". In der groß angelegten Langzeitstudie wurden 54.000 Frauen über einen Zeitraum von circa 14 Jahren beobachtet.
Aus den analysierten Daten konnten keine positiven Rückschlüsse auf einen Schutzmechanismus der im Grüntee enthaltenen Catechine und dem Epigallocatechingallat (EGCG), das nach bisherigem Forschungsstand eine hemmende Wirkung auf verschiedene Prozesse der Krebsentwicklung Einfluss nehmen soll, gezogen werden.
Ungefähr ein Prozent der Frauen in der Langzeitstudie erkrankten in dem Beobachtungszeitraum an Brustkrebs. Bei der Betroffenen konnte keine signifikante Verknüpfung von Grünteekonsum und Krankheitsentstehung festgestellt werden, da der Konsum der betroffenen Frauen von einer Tasse Tee in der Woche, bis zu fünf Tassen Tee pro Tag variierte.
Laut Studie ist die Wahrscheinlichkeit der prophylaktischen Wirkung des Tees auf die Brustkrebserkrankung nunmehr als gering einzuschätzen - so zumindest zunächst das Fazit der Wissenschaftler.
"Die Ergebnisse dieser umfangreichen Studie sind im Bezug auf vorangegangene Forschungen zu Gesundheit und Tee ein wenig überraschend. Wie auch bei den bisherigen Untersuchungen zu der gesundheitlichen Einflussnahme und Wirkungen des grünen Tees, die im Laufe der letzten Jahre erschienen sind, muss man jedoch auch hier auf eine dezidierte Verifizierung der neuen Ergebnisse warten", so Marcus Hövermann von der Online-Plattform Gesundertee.de.
"Ganz gleich ob positive oder negative Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit gebracht werden: Erst eine umfangreiche Überprüfung der Daten ermöglicht es den betroffenen oder nicht betroffenen Menschen keine falschen Tatsachen zu vermitteln und so unter Umständen falsche Hoffungen zu wecken."
Der Fakt, dass Frauen aus dem asiatischen Raum seltener an Brustkrebs erkranken als Frauen aus westlichen Industrieländern, muss nach den Ergebnissen dieser neuen Studie andere Gründe haben als der kulturell bedingte höhere Konsum von grünem Tee. Weitere Forschungen stehen demnach aus und werden erwartet.