Erstellt am 21.12.10

Kuerzliches | Jugend und Methusalem

 

Der bis kurzem noch quicklebendige, älteste Mann der Welt schwörte auf dieses Getränk. Der Japaner Shigechiyo Izumi wurde sage und schreibe 120 Jahre alt. Sein Rezept: Sich jeden Tag einen Shōchū genehmigen. Das Elixier, oder doch besser, der Schnaps, freut sich auch in unseren Breitengraden immer größerer Beliebtheit. Für uns ein Zeichen, ein wenig Aufklärungsarbeit zu bestreiten.

Neben dem bereits weltweit bekannten Sake, ist der Shōchū hier noch ein Underground-Star. In seiner Heimat ist trotz seines berühmten ältesten Fans vor allem unter Jugendlichen der ?Kurze? der Stunde ? vorausgesetzt, man hat das zwanzigste Lebensjahr vollendet.
Das liegt zum einen daran, dass der Shōchū viel weniger fruchtig als der traditionelle Sake ist und sich daher für Mixgetränke Chūhai besonders gut eignet. In Europa wird eher daher auch gerne als "japanischer Wodka" bezeichnet. Der Alkoholgehalt des Schnapses kann von 25 üder 35 bis 40 Prozent variieren und wird vornehmlich aus Gerste, Reis, Zuckerrohr oder auch Süßkartoffeln hergestellt. Ursprünglich kommt der Shōchū übrigens von der Insel Kyūshū, von der auch die bekannten Kamikaze-Piloten stammen - ohne das in irgendeine Relation zu dem alkoholischen Getränk setzen zu wollen (Anm. d. Red.).
Zum anderen ist der Shōchū meist sehr viel schonender für den Geldbeutel, was Jugendlichen auf dem gesamten Planeten natürlich immer sehr gefällt.
Wer nun glaubt, dass es sich bei diesem Getränk um einen Fusel handelt, liegt jedoch falsch.
Der Shōchū ist einfach wunderbar wandelbar: Man kann ihn pur, on the rocks, mit warmen Wasser oder auch in Kombination mit Tee trinken. Zudem gibt es aromatisierte Versionen die in ihrer Qualitäts- und Preisklasse, wie beinahe alle Produkte, ebenfalls stark variieren. Unser Tipp natürlich: Eine Reis- Shōchū versetzt mit einem der feinsten Grüntees aus Japan - dem Gyokuro. Der Geschmack dieses "kurzen" Vergnügens wird gemeinhin wiefolgt beschrieben: Unbeschreiblich (im positivstem Sinne).
Falls Sie also demnächst bei Ihrem Japaner ihres Vertrauens sind, oder einen gut sortierten japanischen Lebensmittelhändler kennen, scheuen Sie sich nicht (vielleicht auch für die anstehende Silvesterfeier) diesen exotischen "Kurzen" zu ordern und zu kredenzen.
Vor allem, da er in Verbindung mit grünem Tee, den Neujahrskater sehr gut in seine Grenzen zu weisen weiß.
In diesem Sinne: Frohes neues Geschmackserlebnis und frohes neues Jahr.