Erstellt am 11.11.11

Im Fokus | Wissenschaftskonferenz

 

Kritik, Fortschritte und Ausblicke waren die Hauptthemen der vom 27. bis 28. Oktober 2011 in Berlin abgehaltenen, internationalen Tagung unter dem Titel ?Tee und Gesundheit?. Wissenschaftliche Vertreter aus verschiedenen europäischen Ländern, aus Japan, Israel und den USA nahmen an dem kürzlich abgehaltenen Kongress im Max Delbrück Communication Center (MDC.C) in der Hauptstadt teil.Schwerpunkte der zweitätigen Veranstaltung waren der aktuelle Stand der Forschung, die bisher erzielten Ergebnisse, die gesetzliche Lebensmittelkennzeichnung (Stichwort: ?Health-Claims?), sowie Perspektiven für weitere Forschungs- und damit zusammenhängenden Finanzierungsmöglichkeiten.

Status Quo

Derzeit werden weltweit circa 100 klinische Studien zu der Wirkung von grünem Tee und seinen Inhaltsstoffen auf verschiedene Erkrankungen durchgeführt. Vor allem in Hinblick der Wirkung von den Inhaltsstoffen des grünen Tees auf Krankheitsbilder wie Krebs, Entzündungen, Herzkreislauf-, Stoffwechsel- und neurodegenerative Erkrankungen (Parkinson, Multiple Sklerose, u.a.) wird aktuell geforscht.

Auf dem Kongress wurde von einzelnen Teilnehmern darauf hingewiesen, dass mehrere bisher durchgeführte Studien die präventive und gesundheitsfördernde Wirkung durch regelmäßige Einnahme von grünem Tee bzw. Grünteeextrakten (allen voran EGCG) belegen. Ein Problem bei der Erhebung der Wirkmechanismen und der Bewertung der verschiedenen Forschungen sei, laut Forscher, die nicht standardisierte Form der Verabreichung. So ist die Zusammensetzung der Studienpräparate der einzelnen Forschungsgruppen, - ob als natürlicher Aufguss, als Kapseln, angereichert mit Koffein oder grundsätzlich in ihrer Konzentration ? für eine klare, einheitliche Bewertung und konkrete, validierte und geltende Aussagen hinderlich. 

Stichwort: ?Health Claim?

Im Zusammenhang mit dieser Kritik an dieser uneinheitlichen Studiendurchführung wurde auch über die sinnvolle ?Health-Claim?-Verordnung der EU debattiert. Diese sieht vor, das Lebensmittel nur mit wissenschaftlich belegten Wirksamkeiten beworben werden dürfen, um den Verbraucher vor Irreführung zu schützen.

Zukunft

Auch bei der Finanzierung weiterer Studien zur gesundheitlichen Wirkung von grünem Tee, wurde auf dem Kongress auf Schwierigkeiten hingewiesen. Da die Hauptfinanzmittelgeber, die Pharmaindustrie, wenig Interesse an der natürlichen, potentiell positiven Wirkung von Grüntee und seinen Inhaltsstoffen auf die menschlichen Gesundheit haben, droht ein finanzieller Engpass hinsichtlich weiterer, nötiger Forschungsprojekte. Auch öffentliche Fördermittel werden für neue Studienansätze nur in seltenen Fällen freigegeben.