Gutes Blatt | Die Teile des Ganzen
Camelia Sinensis, so der wissenschaftlich korrekte Name unserer Lieblingspflanze. Dass die verarbeitete Teepflanze äußerst lecker und aromatisch ist, wohltuende Wirkungen besitzt und auch kulturell eine große Rolle spielt, ist bekannt. Weniger bekannt ist, die genaue Zusammensetzung der Teeblätter, durch deren Aufbrühen wir am Ende des Tages den wunderbaren Genuss in unserer Tasse finden. Es ist an der Zeit in medias res zu gehen, und die Organik der Camelia Sinensis genauer unter die Lupe zu nehmen. Fakten in Zahlen: Ein Teeblatt, das frisch von der Pflanze gepflückt wird, besteht zu 75 Prozent oder mehr aus Wasser. Nur 25 Prozent feste Bestandteile machen das Teeblatt aus. Wissenschaftliche, biochemische Untersuchungen teilen die Bestandteile in wasserlösliche bzw. flüchtige und nicht-wasserlösliche Stoffe ein. Zunächst gehören die Vitamine (A, B1, B2, C, D) in die Gruppe der wasserlöslichen Bestandteile des Teeblattes. Das besondere an dem Vitamin C in der Teepflanze ist der Fakt, dass dieses Vitamin bei der Teezubereitung nicht zerfällt, wie es bei hohen Temperaturen in anderen Lebensmitteln zu beobachten ist. Den größten Teil der flüchtigen Inhaltsstoffe stellen Flavonoide, Aminosäuren und Alkaloide zu in etwa 30 Prozent dar. 15 Prozent sind Kohlenhydrate und nochmals 15 Prozent an Proteinen lassen sich in einem frischen Blatt finden. Nicht vergessen wollen wir auch Mineralien, wie Zink oder Fluor, die zu einem Prozent zugegen sind.Zu den nicht-wasserlöslichen Bestandteilen gehören zunächst die wohl bekannten Gerbstoffe, oder Polyphenole, die 25-35 Prozent ausmachen. Mit 4-8 Prozent sind organische Säuren und Fette vertreten, während Lipide im Höchstfall zu drei Prozent und Flavoide (ätherische Öle) circa 0.04 Prozent ausmachen. Und natürlich gehört auch das Chlorophyll mit in etwa einem Prozent, zu den nicht-wasserlöslichen Bestandteilen, der Teepflanze. Der aktuelle Forschungsstand befindet, dass ungefähr mindestens 15 anorganische und 450 organische Bestandteile der Camelia Sinensis existieren. Die beruhigende gleichwohl belebende Wirkung des Tees geht vor allem auf die Gerbstoffe zurück, von denen circa 25 verschiedene Molekülverbindungen in den Blättern der Teepflanze zu finden sind. Natürlich trägt auch das enthaltene Koffein zu dieser doppelten, sich ergänzenden Wirkung bei. In Kombination mit all den anderen aufgeführten "Zutaten" wird die Teepflanze zu dem, was uns und viele andere so begeistert: Ein aromatisches und wohltuendes Heißgetränk.