Erstellt am 01.02.11

Gesundheit | Der permanente Skandal: Ernährung

 

Die Empörung wird gleich den Überschriften immer größer: Giftiges Dioxin in Eiern und Fleisch. Skandal wird skandiert. Da hat sich der Verbraucher nach den Gammelfleischskandalen in der jüngsten Vergangenheit wieder ein Herz beim Einkauf gefasst und wird prompt mit der nächsten chemisch-toxischen Verunreinigung in Nahrungsmitteln konfrontiert.

Noch nie zuvor waren die Menschen in der Situation und von einem derartig großen Willen beseelt, sich und ihre Familien bewusst, nachhaltig und gesund zu ernähren. Der neuerliche Skandal um das "gepanschte" Futtermittel hinterlässt gerade bei diesen ein Gefühl der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins an ökonomische Gewinnspannenkalkulationen.

Neu indes sind diese Art der Schlagzeilen nicht - ob nun das besagte Dioxin und "Gammelfleisch", gefundenes Acrylamid in Kaffee und Kartoffeln, BSE in Rindfleischprodukten, Glycerin in Weinen oder die allgemeine Verwendung von Pestiziden bei Obst- und Gemüseanbau: Die "gesunde" Ernährung gleicht oftmals eher einem blinden Drahtseilakt voller Vertrauen, als einer tatsächlich vorhandenen Möglichkeit richtiger und gesunder Ernährung. Das wird durch die Dunkelziffer der nicht entdeckten Fälle nur noch umso deutlicher. Die regelmäßig von der 2002 gegründete Organisation "Foodwatch" veröffentlichten Berichte zeichnen zu vielen Teilen ein erschreckendes Bild über die Produktionsverhältnisse und Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel in den Regalen. Auch, und vor allem, als besonders "Gesund" ausgezeichnete Lebensmittel erscheinen in den schwarzen Listen dieser und anderer Organisationen immer häufiger - eine Folge des neuen Bewusstseins der Verbraucher auf die der Markt mit Geschäftsanalysen und zum Teil fragwürdigen Praktiken möglichst hohen Gewinn schlagen möchte.

"Im Jahr 2008 fand die Stiftung Öko-Test bei sehr vielen japanischen Grünteesorten eine erschreckend hohe Pestizidbelastung, was gerade bei einem traditionell als besonders gesundheitszuträglich bekannten Getränk wie dem grünen Tee zurecht als skandalös bezeichnet werden kann", so Marcus Hövermann von dem unabhängigen Online-Portal Gesundertee.de.

"Auch wenn es aufgrund der immer wiederkehrenden Nahrungsmittelskandale für viele Menschen immer frustrierender zu werden scheint, hoffen wir doch, dass sich die Verbraucher gerade aus diesen Gründen weiterhin darum bemühen, die Qualität des Produkts und die Art der Herstellung genau unter die Lupe zu nehmen - und eben nicht den "Kopf in den Sand zustecken" und resigniert "einfach" einzukaufen. Vor allem das Internet ist für die Beschaffung von Informationen ein immer wichtiger werdendes Instrument, das dabei helfen kann, den Wunsch nach einer gesunden und nachhaltigen Ernährung für alle zu ermöglichen und Wirklichkeit werden zu lassen. Fakt ist: Es ist möglich sich nachhaltig gesund zu ernähren ohne böse Überraschungen zu erleben."