Forschung | Die "weibliche" Seite des grünen Tees
Statistisch gesehen erkranken Frauen weitaus weniger häufig an Leberzirrhose und Leberkrebs als ihre Geschlechtsgenossen. Die Ursachen werden häufig zunächst in den unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten vermutet, tatsächlich spielt aber ein Hormon eine tragende und wichtige Rolle bei der Schutzfunktion. Vor allem das Östrogen hat wissenschaftlichen Berichten zufolge erheblichen Einfluss auf die möglichen Krankheitsbilder der Leber - das im grünen Tee enthaltene EGCG hat eine ähnliche Wirkung und Funktion.
Neueren wissenschaftlichen Studien zufolge ist der entzündungshemmende Wirkmechanismus des Epigallocatechin-Gallats, dem im weiblichen Organismus vorkommenden Gelbkörperhormon und der Östrogene in seiner Funktionsweise sehr ähnlich.
Neben den bekannten Distelextrakten, die seit mehreren Jahren als Leberschutz gelten, gehört den neuesten Erkenntnissen auch der grüne Tee zu den prophylaktischen Mitteln, die eine Infektion der Leber, die zu einer Zirrhose und in deren Folge zu Krebs wachsen kann, verhindert.
Die genaue Ähnlichkeit zwischen dem weiblichen Hormon Östrogen und dem grünen Tee lässt anhand eines Ringes festmachen: Vergleicht man die Catechin-Verbindung - der Phenolring im grünen Tee - und den so genannten 17-Beta-Östradiols fallen sofort Gemeinsamkeiten ins Auge. Bei beiden zirkulieren Elektronen, die eine Doppelverbindung eingehen und somit in der Lage sind freie Radikale zu binden und zu stabilisieren.
Die Verwandtschaft dieser beiden Ringe wird wissenschaftlich schon seit längerer Zeit erkannt.
Somit kann grüner Tee einige Wirkungen des Östrogens verstärken bzw. hemmen, was für weiterführende Forschungen eine mehr als Interessantre Basis darstellt.