Erstellt am 01.02.11

Ernährung und Forschung | Durchbruch bei der Entschlüsselung der Inhaltsstoffe des schwarzen Tees

 

Lebensmittelforscher der Jacobs University haben in Zusammenarbeit der britischen University of Surrey, der in Bremen ansässigen Firma Bruker Daltronics und der Forschungsabteilung des Nahrungsmittelkonzerns Unilever erstmalig bisher unbekannte chemische Verbindungen des schwarzen Tees, der so genannten Thearubigene entschlüsselt.

Schwarzer Tee gehört seit Jahrhunderten zu den am weitesten verbreiteten Getränken - nur das Wasser wird weltweit noch häufiger getrunken. Umso erstaunlicher, dass die Inhaltsstoffe des Aufgussgetränks bisher noch nie in ihrer gesamten Komplexität entschlüsselt und definiert wurden. Vor allem die im Tee enthaltenen Thearubigene, die zwar vor über 60 Jahren von Wissenschaftlern beschrieben, jedoch nicht weiter analysiert wurden, konnten nun von einem Team von Wissenschaftlern und der Verwendung modernster, interdisziplinärer Methoden und Verfahren größtenteils entschlüsselt werden.

Aufgrund der Komplexität der Inhaltstoffe die bisher nur unter "Gerbstoffen" zusammengefasst wurden, konnten diese mit den üblichen analytischen Standardverfahren nicht dezidiert charakterisiert werden. Durch die neu entwickelten Methoden, die unter anderem auf computergesteuerten Interpretationsverfahren aus der Erdölforschung basierten, konnten die Wissenschaftler bis 10.000 verschiedene Thearubigen-Verbindungen eindeutig unterscheiden.

Die charakterisierten Stoffe sind laut Forschungsbericht mit die komplexesten bisher festgestellten Strukturformeln, die nach Stand der Dinge in Nahrungsmitteln festgestellt wurden.

"Ein Aufsehen erregendes Forschungsergebnis", weiß auch Marcus Hövermann aus der Redaktion des Online-Portals Gesundertee.de.

"Die entdeckten Verbindungen ermöglichen nicht nur, wie die Forscher betonen, die mögliche Einflussnahme auf  Aroma, Farbe und Haltbarkeit des schwarzen Tees, sondern geben darüber hinaus auch Aufschluss auf die potentiell gesundheitsförderliche bzw. -schädliche Wirkung einzelner, bestimmter Bestandteile des Heißgetränks."

 

Mit der neuartigen Analysemethode eröffnen sich nach Meinung der Forscher darüber hinaus viele neue und spannende Perspektiven für die Lebensmittelchemie von Naturprodukten in Gänze.